Global Think Tank 2025/26

Frieden im Zeitalter globaler Kriegsführung

Decolonize Peace – Deconstruct Postcolonial Power Structures

Leitfrage: Wie kann Frieden dekolonisiert und können Perspektiven aus dem Globalen Süden einbezogen werden, um postkoloniale Machtstrukturen zu überwinden und Friedensprozesse auf verschiedenen Ebenen neu zu überdenken?

Worum ging es?
Friedensbegriffe und -prozesse werden bis heute weitgehend von Akteur*innen des Globalen Nordens geprägt. Perspektiven, Erfahrungen und Lösungsansätze aus afrikanischen Kontexten sowie der afrikanischen Diaspora bleiben dabei häufig marginalisiert.
Der Global Think Tank (GTT) setzte sich mit diesen Ungleichgewichten auseinander und brachte Akteur*innen aus afrikanischen Ländern, der afrikanischen Diaspora und Europa zusammen, um postkoloniale Machtverhältnisse in Friedensprozessen kritisch zu beleuchten und neue, wirksame sowie kulturell verankerte Friedensstrategien zu entwickeln.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Frieden jenseits dominanter westlicher Rahmenkonzepte gedacht werden kann und welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, um Friedensprozesse gerechter, inklusiver und lokal verankerter zu gestalten.

Ziel des Think Tanks

Ziel des Global Think Tanks war die gemeinsame Entwicklung einer zukunftsweisenden Perspektive auf Frieden, basierend auf dekolonialen, afrikanischen und lokal verankerten Ansätzen – im Sinne des SDG 16 der UN: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.
Dabei wurden zentrale Fragen diskutiert:

  • Was bedeutet Frieden aus afrikanischer, afrodiasporischer oder lokaler Perspektive?

  • Welche postkolonialen Machtverhältnisse beeinflussen Friedensprozesse bis heute?

  • Wie kann Friedensarbeit dekolonisiert werden?

  • Welche Stimmen und Akteur*innen müssen stärker einbezogen werden?
  • Welche strukturellen Veränderungen sind notwendig, damit Friedensprozesse global gerechter werden?

Ergebnis: Positionspapier „Decolonize Peace“

Aus den Diskussionen und Erkenntnissen des Global Think Tanks entstand ein gemeinsames Positionspapier. Es untersucht koloniale Kontinuitäten in der Friedensarbeit und zeigt Wege auf, wie Frieden durch lokale Handlungsfähigkeit, vielfältige Wissenssysteme und gerechtere Machtverhältnisse neu gedacht werden kann.

Das Positionspapier enthält:

  • Eine Antwort auf die Leitfrage des Think Tanks

  • Analysen zu kolonialen Kontinuitäten in Friedensprozessen

  • Konkrete Empfehlungen für eine dekoloniale Friedensförderung

  • Impulse für politische und gesellschaftliche Entscheidungsträger*innen

Das Positionspapier wurde im Rahmen des KENAKO Afrika Festivals 2026 öffentlich vorgestellt und diskutiert.

Positionspapier zum download
Das Positionspapier ist auf Deutsch und Englisch verfügbar: